Klinik Limberger geht neue Wege

Im Januar 1976 – also vor genau 45 Jahren – wurden in der Klinik Limberger die ersten Patientinnen und Patienten begrüßt. Seit dieser Zeit hat sich das Behandlungsspektrum der Klinik oftmals verändert und an die Erfordernisse der Zeit angepasst.

Die Anfänge der Klinik standen im Zeichen der Versorgung von Kriegsopfern, die in den 70er und 80er Jahren noch in großer Zahl zur Regeneration in die Klinik kamen. Aus dieser Zeit heraus entwickelten sich an der Klinik die beiden Fachabteilungen für Orthopädie und Innere Medizin, mit dem Schwerpunkt Atemwegserkrankungen. Zum Beginn der 90er Jahre stellte sich die Klinik auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten ein, die direkt nach einer Behandlung bzw. Operation im Krankenhaus in die Klinik zur Anschlussrehabilitation eingewiesen wurden. Die Klinik war damals Pionier in diesem Bereich in der Region Schwarzwald-Baar. Das Renommee der Klinik Limberger wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut. Als Beleg dafür dient nicht zuletzt die regelmäßige Auszeichnung beider Fachabteilungen als „Top Reha-Klinik“ durch das Magazin „Gesundheit“ in den letzten Jahren.

Daniela Donner

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Ab 01.08.2021 Chefärztin der neuen Abteilung für Psychosomatik

Nun stehen erneut große und wegweisende Veränderungen an der Klinik an. Nach 45 Jahren endet eine Ära in der Klinik. Die Fachabteilung für Atemwegserkrankungen, unter der Leitung von Dr. med. Hinrich Bremer, wird zum 31.07.2021 ihren Betrieb einstellen. Diese Entscheidung ist wegen der hervorragenden fachlichen Arbeit des gesamten Personals der Abteilung nicht leichtgefallen. Insbesondere in den vergangenen 12 Jahren hatte sich die Qualität der Abteilung enorm weiterentwickelt. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Schwarzwald-Baar-Klinikum hatte Dr. med. Hinrich Bremer, Leiter des MVZ Pneumologie und des Lungenzentrums am Klinikum, auch die Leitung der Abteilung für Pneumologie in der Klinik Limberger übernommen. Seine Arbeit stellte eine integrierte Versorgung zwischen ambulanter, stationärer und rehabilitativer Versorgung der Patientinnen und Patienten sicher.

Dennoch machte man sich in den vergangenen Jahren Gedanken über die strategische Weiterentwicklung des Angebotsspektrums der Klinik. „Das Geheimnis der langen Geschichte des Unternehmens besteht darin, dass wir uns immer an die Erfordernisse des Gesundheitswesens angepasst haben.“, so Joachim Limberger, Geschäftsführer und Inhaber der Klinik. In den letzten Jahren hatte sich immer mehr herauskristallisiert, dass eine Fachabteilung für Psychosomatik die optimale Ergänzung zur bestehenden Fachabteilung für Orthopädie ist, die seit dem Jahr 2004 unter der fachlichen Leitung von Chefarzt Dr. med. Herbert Wölfl steht. So wurde in den letzten Jahren in Kooperation mit dem Schmerztherapiezentrum Villingen-Schwenningen unter der Leitung von Achim Bechtold und dem Privatinum unter der Leitung von Prof. Dr. med. Erich Burrer, eine multimodale Schmerztherapie zur Rehabilitation von Patienten mit chronischen Schmerzen auf den Weg gebracht. Seit dem letzten Jahren wurden in einer Pilotphase über 50 Patienten in diesem Setting erfolgreich behandelt.

Schon zu Beginn dieser Entwicklung war klar, dass sich an der Klinik mittelfristig eine eigenständige Fachabteilung für Psychosomatik entwickeln sollte. Die Zeit der Corona-Pandemie wurde genutzt, um die Planungen für die Neuausrichtung voranzutreiben. Im Frühjahr konnte mit Frau Daniela Donner, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine kompetente und engagierte Chefärztin für die neue Abteilung gewonnen werden. Sie wird ihren Dienst zum 01.08.2021 an der Klinik aufnehmen. Frau Donner verfügt über langjährige stationäre und ambulante Berufserfahrung im akutpsychiatrischen, psychotherapeutischen und Rehabilitationsbereich und war unter anderem an einer psychosomatischen Klinik als Oberärztin tätig. In den letzten Jahren war Frau Donner als ärztliche Psychotherapeutin in ihrer eigenen Praxis in Trossingen und Niedereschach tätig. „Mit diesem vielfältigen und breiten Erfahrungsschatz in der psychiatrischen Behandlung habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht, die ich als Chefärztin der Abteilung für Psychosomatik an der Klinik Limberger gefunden habe.“, so Daniela Donner zu den Beweggründen für ihre berufliche Neuorientierung.

Derzeit wird an der Klinik Limberger am Feinschliff für die neue Abteilung gearbeitet. Die Anträge auf Zulassung der Abteilung sind bei den Landesverbänden der Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg gestellt. Insbesondere bei der Deutschen Rentenversicherung ist die Idee der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzzuständen schon 2018 auf fruchtbaren Boden gefallen; was die Motivation zur Etablierung der Abteilung deutlich erhöht hatte. Heute wird davon ausgegangen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu einem gesteigerten Bedarf an psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahmen führen wird. Die Auslastung der zunächst auf 35 Betten begrenzten Abteilung dürfte also schnell erreicht sein. In der neuen Fachabteilung werden Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Burn-Out und in Zusammenarbeit mit der Fachabteilung für Orthopädie auch Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie behandelt.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns auch in Zeiten des Fachkräftemangels gelungen ist, schon etliche notwendige Stellen für die Neuausrichtung der Klinik zu besetzen. Insgesamt ist die Gewinnung von Fachpersonal jedoch eine Herausforderung.“, weiß Joachim Limberger. Nicht nur deswegen haben die Führungskräfte der Klinik ein Projekt „berufliche Heimat“ ins Leben gerufen, in dessen Rahmen zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, die den Arbeitsplatz in der Klinik zu einem gefühlten Stück Heimat für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik werden lassen sollen.

Die inhaltliche Neuorientierung ist der erste Schritt auf dem Weg zur zukunftssicheren Ausrichtung der Klinik. Bekanntlich wird seit einiger Zeit am kompletten Neubau der Klinik Limberger im südlichen Bereich der Luisenstraße geplant. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass sich dies in den letzten Monaten verzögert hatten. Seit einigen Wochen sind die Planungen jedoch wieder in voller Fahrt. Mit dem Neubau der Klinik soll die Zimmerzahl der Klinik in einem ersten Schritt von 115 auf 150 Zimmer erhöht werden. Die beiden Fachabteilungen der Klinik, Orthopädie und Psychosomatik, werden dann über je 75 Zimmer verfügen. Eine mögliche Erweiterung der Klinik 175 Zimmer wird jedoch schon heute vorgesehen.